Geschichte Europas : Das Werden Europas
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Fotografien Europa |
Das Reich Karls des Großen umfasste als Hegemonialmacht weite Teile Mitteleuropas bis in das heutige Ungarn, Frankreich, Nordspanien bis zum Ebro sowie das langobardische Italien und war weitgehend geeint. Politische, soziale und kulturelle Grundstrukturen, wie z. B. das Lehnswesen, die Verwaltung und das Kirchenwesen, verfestigten sich, wirkten einigend und beeinflussten in unterschiedlichem Maß die benachbarten Reiche im nördlichen Spanien, in England und Dänemark. Weil er beinahe das gesamte christliche Abendland zu einer politischen Einheit verband und mit seinem Reich die Grundlagen für die Staatenbildung in Europa schuf, gilt Karl der Große vielfach als der Begründer Europas im politischen und kulturellen Sinn. (In Reminiszenz an die Leistung Karls des Großen heißt der Preis, den die Stadt Aachen alljährlich für Verdienste um die europäische Einigung vergibt, „Karlspreis”.) Allerdings blieb der Begriff „Europa” für die Zeitgenossen Karls des Großen selbst und bis weit in die Neuzeit frei von politischer Bedeutung; Karl sah sich vielmehr in der Tradition des römischen Imperiums, das sich als Weltreich bzw. im christlichen Sinn als Herrschaft über die Christenheit verstand. |
Trotz des Zerfalls des Frankenreiches unter den Nachfolgern Karls des Großen blieb die Idee des Frankenreiches als übergeordneter Größe bestehen, und die politischen und kulturellen Errungenschaften blieben lebendig. |
Ab dem frühen 10. Jahrhundert kristallisierten sich aus dem zersplitterten Frankenreich zwei neue Reiche heraus: Westfranken/Frankreich im Westen und Ostfranken, später zum Heiligen Römischen Reich erhöht, im Osten. Otto der Große erneuerte mit seiner Kaiserkrönung 962 die Reichsidee Karls des Großen sowie die Verbindung Reich – Kirche und verhalf sowohl durch das Kaisertum als auch durch die Ausdehnung seines Herrschaftsbereichs nach Italien und nach Osten dem römisch-deutschen Reich zum Aufstieg zur neuen Hegemonialmacht in Europa. Ottos Reichsidee beinhaltete in erster Linie die Oberhoheit über die abendländische Christenheit, die bei weitem noch nicht ganz Europa umfasste; eine europäische Ausrichtung erhielt die ottonische Reichsidee erst durch Otto III., der auch den noch nicht christianisierten Osten in sein Imperium einbezogen sehen wollte, mit seinem Konzept jedoch scheiterte. |
Daneben war auch das Byzantinische Reich in Europa noch mächtig: Es verstand sich als einzig legitimer Nachfolgestaat des Römischen Reiches. Zwar hatte es das Kaisertum Karls des Großen anerkannt, damit war jedoch das Zweikaiserproblem nicht gelöst, und sowohl das westliche Kaisertum als auch die Weigerung des Papsttums, den Primat des Patriarchen von Konstantinopel anzuerkennen, bedeuteten eine Herausforderung für Byzanz. Der Konflikt mit dem Papsttum kulminierte 1054 im Morgenländischen Schisma, das die kirchliche Trennung von Ost und West besiegelte und sie politisch forcierte. In Italien verlor Byzanz 1071 seinen letzten Stützpunkt, und auf dem Balkan drohte ihm das Bulgarische Reich die Herrschaft streitig zu machen. |
Eine weitere bedeutende, wenn auch nicht einheitliche Macht waren die noch nicht christianisierten Stämme und Völker im Osten und Norden. Die Magyaren stießen Ende des 9. Jahrhunderts über die Karpaten nach Westen vor und suchten Mitteleuropa immer wieder mit Raubzügen heim. Nach ihrer entscheidenden Niederlage 955 auf dem Lechfeld gegen Otto den Großen wurden sie im pannonischen Raum sesshaft, nahmen 1000 das Christentum in seiner römischen Ausprägung an und errichteten einen einheitlichen Staat, der sich in der Folge nach Süden ausdehnte. Aus dem skandinavischen Raum kamen ab 787 Normannen aus Dänemark und Norwegen nach England und um 910 in die Normandie, von wo aus sie sowohl zu Beginn des 11. Jahrhunderts nach Unteritalien gelangten als auch 1066 mit Wilhelm dem Eroberer nach England. Beide Gruppen schlossen sich der römischen Kirche an. Die schwedischen Waräger stießen im 9. Jahrhundert nach Russland vor, begründeten 862/882 das Kiewer Reich und wurden Ende des 10. Jahrhunderts von Byzanz aus |
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Frankenreich um 800. Encarta |
missioniert; damit waren die Weichen in Richtung auf eine Zugehörigkeit Russlands zur orthodoxen Kirche, die aus der byzantinischen hervorging, gestellt. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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