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Wirtschaft und Landwirtschaft in Nicaragua
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Die wirtschaftliche Entwicklung Nicaraguas wurde immer wieder durch Krieg und innenpolitische Unruhen praktisch zum Erliegen gebracht. Nicaragua zählt zu den ärmsten Ländern Zentralamerikas und ist im hohen Maße auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Seit 1990 erfolgte der Wandel von einer sozialistischen Wirtschaftsordnung zur Marktwirtschaft. Ein Programm zur Reprivatisierung diverser Staatsbetriebe wurde in Gang gesetzt. In verschiedenen Fällen bestehen allerdings Rechtsunsicherheiten in der Eigentumsfrage. Zur Entschärfung hat der nicaraguanische Gesetzgeber ein neues Eigentumsgesetz verabschiedet.

Hauptstütze der Wirtschaft des Landes ist die stark exportorientierte Agrarwirtschaft sowie die Fischerei. Vor allem Kaffee, Krustentiere (Krabben, Langusten, Flusskrebse), Fleischprodukte, Zucker und Bananen gehen in den Export. Die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln wird immer wieder durch Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürre) gefährdet – allein der Hurrikan Mitch verwüstete 1998 über die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Obwohl Nicaragua zahlreiche Bodenschätze besitzt, sind bislang nur wenige Vorkommen erschlossen worden. Die meisten Rohstoffe für die verarbeitende Industrie sowie Erdöl, Maschinen und Konsumgüter müssen importiert werden.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 5 301 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 50,8 Prozent, Industrie 29,5 Prozent, Landwirtschaft 19,7 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 958,10 US-Dollar. Im Rahmen der Initiative für den Schuldenerlass zu Gunsten der am höchsten verschuldeten Entwicklungsländer (HIPC, Heavily Indebted Poor Countries) hat Nicaragua gute Chancen, dass ihm ein Großteil seiner Auslandsschulden (Ende 2001: insgesamt 6,5 Milliarden US-Dollar) erlassen wird.

In der Landwirtschaft arbeiten 31 Prozent aller Erwerbstätigen. Der Boden ist durch abgelagertes vulkanisches Material äußerst fruchtbar.

Hauptagrarerzeugnisse für den Handel sind Kaffee, Baumwolle und Bananen. Weitere Erntegüter sind Zuckerrohr, Mais, Mohrenhirse, Reis, Bohnen und Orangen. Nicaragua gehört zu den führenden Rinderzuchtländern in Mittelamerika. Die zugunsten einer Steigerung der Exporterlöse ständig expandierende Landwirtschaft zieht allerdings die Umwelt in Nicaragua stark in Mitleidenschaft: Zur Schaffung neuer Anbauflächen werden jährlich etwa 1,4 Prozent des Waldbestandes abgeholzt – mit allen negativen Begleiterscheinungen wie zunehmende Bodenerosion oder Rückgang der Artenvielfalt.

39,9 Prozent der Landesfläche Nicaraguas sind bewaldet. Nutzholz wird vor allem entlang der Hauptflüsse, die ins Karibische Meer fließen, gewonnen.

1961 wurde die gewerbliche Fischerei von der Regierung verstaatlicht. Garnelen und Flusskrebse sind für den Handel am wichtigsten. 2005 wurden 40 897 Tonnen Fisch aus Süß- und Salzwasser gefangen.

"Nicaragua" Microsoft® Encarta

Landwirtschaft in Nicaragua
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