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Wirtschaft von Norwegen
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Norwegen zählt zu den größten Gas- und Ölförderländern der Welt. Große Erdöl- und Erdgasvorkommen lagern in den Sedimenten der Nordseeregion sowie in der Barentssee. Letztere liegen in einem Gebiet, das von Norwegen und Russland gleichermaßen beansprucht wird. Ferner verfügt Norwegen über geringe Vorkommen an Eisen-, Kupfer-, Zink- und Titanerz. Die größten Eisenerzlagerstätten befinden sich bei Sør-Varanger nahe der russischen Grenze. Der Kohlenbergbau ist auf die Svalbard-Inselgruppe (Spitzbergen) beschränkt.

Ebenfalls große Bedeutung für Norwegens Wirtschaft hat die Metallindustrie, vor allem dank der preisgünstigen Energie, mit der Norwegen diesen energieintensiven Industriezweig versorgen kann.

Obwohl alle Rohstoffe für die Aluminiumindustrie importiert werden müssen, zählt Norwegen zu den weltweit größten Herstellern von veredeltem Aluminium. Das Land ist zudem im internationalen Vergleich ein wichtiger Erzeuger von Eisen- und Stahllegierungen.

Norwegen war traditionell eine große Schiffbaunation, doch seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist der Schiffbau stark rückläufig. Viele Werften haben einen Großteil ihrer Kapazität auf die Herstellung von Ausrüstungen für die Erdöl- und Erdgasförderung verlegt. Weitere Haupterzeugnisse der verarbeitenden Industrie sind u. a. Maschinen, Zellstoff- und Papierprodukte sowie chemische Erzeugnisse.

Die Schwerpunkte des Außenhandels und die Handelsbeziehungen haben sich durch die Nutzbarmachung der Erdöl- und Erdgasfelder in der Nordsee stark verändert. Norwegen ist heute der größte Erdöl- und Erdgasexporteur in Europa. Der Anteil beider Ausfuhrgüter an der Gesamtmenge der jährlich exportierten Güter liegt in der Regel zwischen 30 und 50 Prozent.

Zu den Hauptexportgütern gehören ferner Maschinen, Aluminium, Eisen und Stahl, chemische Erzeugnisse, Zellstoff- und Papierprodukte sowie Fisch und Fischprodukte. Importiert werden u. a. Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile, Erze und Metallabfälle (z. B. Stahlschrott), Nahrungsmittel und lebende Tiere, Textilien und Bekleidung sowie chemische und pharmazeutische Produkte. Wichtige Handelspartner sind Großbritannien, Schweden, Deutschland, die USA, Dänemark, Frankreich und die Niederlande.

Währungseinheit ist die Norwegische Krone zu 100 Øre. Zentralbank und einzige Emissionsbank ist die Bank von Norwegen (gegründet 1816).

Der Straßen- und Eisenbahnlinienbau ist aufgrund der schlechten Zugänglichkeit vieler Gebiete schwierig und kostenintensiv. In weiten Teilen des Landes hat der Transport auf dem Wasserweg immer noch große Bedeutung. Norwegen verfügt über ein Straßennetz mit einer Länge von 91 916 Kilometern (2003). Das Straßennetz ist im Østlandet am besten ausgebaut. Einer der längsten Straßentunnel der Welt führt in Westnorwegen von Aurland nach Lærdal und misst 24,5 Kilometer. Die staatliche Eisenbahn hat ein Streckennetz mit einer Gesamtlänge von etwa 4 500 Kilometern, davon ist über die Hälfte elektrifiziert. Im Vesterland, im Trøndelag und in Nordnorwegen hat die Küstenschifffahrt (Personen- und Frachttransport) besonders große Bedeutung. Die Küstenstädte Bergen (im Südwesten) und Kirkenes (nahe der russischen Grenze) sind durch täglichen Fährverkehr verbunden (siehe Hurtigroute).

Reichtum der Küsten von Norwegen

Reichtum der Küsten von Norwegen. Encarta

Oslo ist der Haupthafen Norwegens. Die norwegische Handelsflotte ist mit 1 490 Schiffen (2007) eine der größten der Welt. Der Inlandsflugverkehr ist gut ausgebaut. Norwegen verfügt über mehr als 100 größere und kleinere Flughäfen; der größte ist der internationale Flughafen von Oslo.

Der Fremdenverkehr hat sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Touristische Anziehungspunkte sind Oslo, die Fjordlandschaften und das Nordkap. Eine besondere Attraktion ist das Erleben des Polartages in den Gebieten jenseits des nördlichen Polarkreises. Im Sommer geht dort die Sonne für einen bestimmten Zeitraum nicht unter. So scheint die Mitternachtssonne etwa am Nordkap von Mitte Mai bis Ende Juli.

Norwegen ist führend bei der Energiegewinnung aus Wasserkraft: 98,9 Prozent des elektrischen Stroms wird in Wasserkraftwerken erzeugt. Die Energieproduktion aus anderen erneuerbaren Energien wie Windkraft wird seit Ende des 20. Jahrhunderts gefördert. Atomkraftwerke gibt es nicht. Norwegen," Microsoft® Encarta
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