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Die portugiesische Wirtschaft
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1986 trat Portugal der Europäischen Gemeinschaft (EG) bei. Durch diesen Schritt erhielt die Wirtschaft des Landes entscheidende Impulse. So stieg beispielsweise das reale Wirtschaftswachstum im Lauf der Zeit kontinuierlich an und erreicht seither mit durchschnittlich 1,30 Prozent (2006) stabile Werte. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Portugals beträgt 194 726 Millionen US-Dollar (2006). Davon entfallen 72,2 Prozent auf den Dienstleistungssektor, 25 Prozent auf die Industrie und 2,8 Prozent auf die Landwirtschaft. Das BIP pro Kopf beträgt 18 388,90 US-Dollar. Die Inflationsrate liegt bei durchschnittlich 2,90 Prozent (2006). Eine bedeutende Einnahmequelle bildet die Tourismusbranche.

Die Landwirtschaft beschäftigt rund 13 Prozent der Erwerbstätigen. Die wichtigsten Anbauprodukte sind Kartoffeln, Trauben, Tomaten, Mais, Weizen und Oliven. Portugal ist weltweit einer der größten Produzenten für Wein und Olivenöl. Der Viehbestand umfasst einige Millionen Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Geflügel.

41,1 Prozent der Fläche Portugals sind bewaldet. Die Waldbedeckung nimmt im Durchschnitt um 0,86 Prozent pro Jahr zu. Das Land ist einer der größten Korkproduzenten der Welt. Daneben spielt die Nutzholzgewinnung eine bedeutende Rolle. Auch der gewerbliche Fischfang (vor allem Sardinen) ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Portugals. Die jährliche Fangmenge beläuft sich auf 218 866 Tonnen (2005 geschätzt). 90 Prozent davon stammen aus dem Ozean.

Portugal besitzt im Vergleich zu anderen Ländern Europas nur wenige Bodenschätze. Gefördert werden Kupfer-, Eisen- und Zinnerz, Gold sowie Wolframit, ein Ausgangsprodukt zur Herstellung von Wolfram und wolframhaltigen Stählen. Außerdem gibt es kleinere Vorkommen von Kohle. In Portugal wird auch Uran abgebaut – mit der Förderung begann man 1979.

Rund 32 Prozent der Beschäftigten sind in der Industrie erwerbstätig. Bedeutende Industriezweige des Landes sind neben der Textil- und Bekleidungsindustrie die chemische und Erdöl verarbeitende Industrie sowie der Maschinenbau und die Fahrzeugmontage. Erzeugnisse der Textil- und Bekleidungsindustrie werden hauptsächlich in kleinindustriellen oder handwerklichen Betrieben hergestellt. Die Industriestandorte sind vor allem in Nord- und Mittelportugal angesiedelt.

Währungseinheit ist seit dem 1. Januar 2002 der Euro zu 100 Cents, der den Escudo (= 100 Centavos) als Währung ablöste. Portugal wickelt nahezu 80 Prozent seines Außenhandels mit EU-Mitgliedsstaaten ab. Ein Merkmal des portugiesischen Außenhandels ist der

Fischerei Portugal
Fischerei Portugal. Bild E. Buchot
Importüberschuss. So wurden z. B. 1996 Waren im Wert von rund 28 Milliarden US-Dollar eingeführt, während in den Export Güter im Wert von knapp 20 Milliarden US-Dollar gingen. Zu den Haupteinfuhrgütern gehören neben Basismetallen, elektronischen Produkten und Kraftfahrzeugen chemische Erzeugnisse, Kunststoffe, Agrarprodukte sowie Textilien und Bekleidung. Hauptexportwaren sind Textilien, Bekleidung und Schuhe, Maschinen und Fahrzeuge sowie Kork – das Land stellt den weltweit größten Teil der Gesamtproduktion an Kork. Außerdem gehen Zellstoff, Holz- und Papierprodukte in den Export. Die wichtigsten Handelspartner Portugals sind Deutschland, Spanien, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg und Italien.
Straßen- (78 470 Kilometer) und Schienennetz (2 839 Kilometer) sind gut ausgebaut. Zu den wichtigsten Seehäfen zählen Lissabon, Porto de Leixões, Setúbal, Aveiro und Funchal (Madeira). Die nationale Luftfahrtgesellschaft Transportes Aéreos Portugueses (TAP) versieht den inländischen und internationalen Flugdienst. Über 20 ausländische Fluggesellschaften fliegen regelmäßig den internationalen Flughafen in Lissabon an. Der Flughafen von Faro ist insbesondere für den Tourismus von Bedeutung. "Portugal" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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