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Geschichte Japans : Krisenhafte Heisei-Periode unter Tenno Akihito (seit 1989)
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Die Meiji-Zeit (1868-1912)

Kaiser Hirohito starb am 7. Januar 1989. Nach Beendigung der Trauerzeit trat sein Sohn Akihito am 12. November 1990 als neuer Tenno unter der Regierungsdevise Heisei („Vollendeter Friede”) die Nachfolge an. Die neunziger Jahre erwiesen sich für Japan in vieler Hinsicht als ein Jahrzehnt der Stagnation und der Krise. Die Liberaldemokraten blieben zwar weiterhin der dominierende politische Faktor, doch gerieten sie durch Affären, Spaltungsprozesse und Stimmenverluste bei Wahlen zunehmend in Bedrängnis. Trotz anhaltender Exporterfolge stürzte Japan in eine Folge von Wirtschaftskrisen, die seine neben den USA führende Position als Weltwirtschaftsmacht gefährdeten und die soziale Stabilität des Landes bedrohten. Zugleich begann Japan seine wirtschaftliche Vormachtstellung in der Region an die sich dynamisch entwickelnde Volksrepublik China zu verlieren. Spektakuläre Katastrophen vertieften die gesellschaftliche Krise, die mit der wirtschaftlichen und politischen einherging: Im Januar 1995 forderte das schwerste Erdbeben in Japan seit 1923 circa 5 500 Todesopfer und zerstörte große Teile der Stadt Kobe. Giftgasanschläge der Aum-Sekte auf U-Bahn-Stationen in Tokyo und Yokohama im Frühjahr 1995, bei denen zwölf Menschen ums Leben kamen und fast 6 000 verletzt wurden, verursachten Massenpaniken. Als Schlag für das Selbstbewusstsein der Japaner erwies sich auch der bislang schwerste Nuklearunfall in der atomaren Wiederaufbereitungsanlage Tokaimura am 30. September 1999.

1990 hatte das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) noch bei 4,8 Prozent gelegen. Ab Herbst 1991 beschleunigte sich trotz wirtschaftspolitischer Gegenmaßnahmen der Abschwung. Auf der Basis eines BIP-Zuwachses von nur noch 0,5 Prozent sanken die Realeinkommen. Getragen wurde die wirtschaftliche Entwicklung in der Folge fast ausschließlich vom Export. Erstmals seit dem wirtschaftlichen Wiederaufstieg sah sich Japan ernsthaft mit dem Phänomen der Arbeitslosigkeit konfrontiert – die Quote stieg im Verlauf des Jahres 1994 auf die für japanische Verhältnisse sehr hohe Marge von 2,9 Prozent. Der Zusammenbruch von Unternehmen, Rationalisierungen und die Verlagerung der Produktion in Drittländer ließ sie bis 2001 auf über 5,5 Prozent ansteigen.

Angesichts des internationalen Drucks auf Japan hinsichtlich der Öffnung seiner Märkte wurde ab April 1995 der Import von Reis zugelassen. Da die japanische Reisproduktion erheblich teurer war als die importierte Ware (der Inlandspreis betrug das Sechsfache des Weltmarktpreises), sah sich die japanische Regierung gezwungen, ein Hilfsprogramm für die japanische Landwirtschaft aufzulegen, um die Anpassung an die neuen Bedingungen zu erleichtern.

Mit dem Kollaps des seit Ende der achtziger Jahre spekulativ aufgeblähten Immobilien- und Aktienmarktes („bubble economy”) als Folge der anhaltenden Rezession kam es 1996 zum offenen Ausbruch der Bankenkrise, die sich bereits seit 1990 stetig verschärft hatte.

In der Krisendynamik brachen 1997 mehrere große Unternehmen zusammen, darunter im Juli der Baukonzern Tokai Kogo und im November – im bis dahin größten Konkurs in der japanischen Firmengeschichte – das viertgrößte und älteste Wertpapierhaus Japans, Yamaichi Securities. Zwar wurde 1996 wieder ein Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent erzielt, doch stürzte die seit Sommer 1997 von Thailand ausgehende Asienkrise das wegen seiner starken wirtschaftlichen Verflechtungen besonders betroffene Japan in den schwersten Konjunktureinbruch seit der Ölkrise 1973/74, mit einer realen Schrumpfung des BIP um 0,7 Prozent und weiteren Zusammenbrüchen bedeutender Firmen, vor allem auf dem Finanzsektor. Etwa 10 Prozent aller Kredite mussten abgeschrieben werden, der Yen verlor etwa ein Drittel seines Außenwertes.

1998, in der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, schrumpfte die Wirtschaftsleistung um weitere 2,8 Prozent. Während die Staatseinnahmen infolge zurückgehender Steuereinnahmen sanken, stieg die Staatsverschuldung aufgrund des hohen Haushaltsdefizits 2000 auf 130 Prozent des BIP an. Verantwortlich für das hohe Haushaltsdefizit waren Maßnahmen zur Sanierung des Bankensystems und eine Serie von insgesamt zehn weitgehend wirkungslos verpuffenden Konjunkturprogrammen (mit einem Volumen von insgesamt etwa 2,5 Billionen DM in den Jahren 1992 bis 2000). Japan avancierte damit zum am höchsten verschuldeten Industriestaat der Welt. Der Schuldendienst beanspruchte 1999 bereits ein Viertel des Gesamthaushalts. 2001 rutschte Japan in die dritte Wirtschaftskrise innerhalb eines Jahrzehnts, verschärft durch die weltweiten wirtschaftlichen Folgen der Terroranschläge gegen die USA am 11. September 2001. Die Konjunkturprogramme und Investitionsanreize blieben nicht zuletzt deshalb wirkungslos, weil der Privatkonsum, der rund 60 Prozent zum BIP beiträgt, schrumpfte. Angesichts der sozialen Unsicherheit zog es die Bevölkerung vor, zu sparen (im Jahr 2000 etwa 30 Prozent des Einkommens) statt zu konsumieren.

"Japan," Microsoft® Encarta

Akihito
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