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Geschichte Österreichs : Österreich zwischen Wiener Kongress und der Revolution von 1848/49
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Als wiedererstandene Großmacht übernahm Österreich im nachnapoleonischen Europa eine führende Rolle. Maßgeblich bestimmt wurde die österreichische Politik – und damit in Teilen auch die europäische – von Metternich. Noch auf dem Wiener Kongress initiierte Metternich die Gründung des Deutschen Bundes, in dem Österreich als Präsidialmacht fungierte, und er war entscheidend an der Errichtung der Heiligen Allianz beteiligt, deren Ziel die Wiederherstellung bzw. Aufrechterhaltung der vorrevolutionären, monarchischen Ordnung in Europa war und der sich fast alle europäischen Monarchien anschlossen. Das so genannte System Metternich zur Verteidigung der monarchisch-absolutistischen Ordnung gegen jegliche liberale und nationale Bewegungen beherrschte nicht nur Österreich selbst, sondern auch den Deutschen Bund und wurde von zahlreichen europäischen Staaten adaptiert.

In Österreich stand das reaktionär-konservative System Metternich dringend notwendigen Reformen in Staat und Gesellschaft entgegen. Durch die rasch voranschreitende Industrialisierung und den damit verbundenen wirtschaftlichen Aufschwung entwickelte sich auf der einen Seite ein selbstbewusstes

Besitzbürgertum, das – ebenso wie das liberale Bildungsbürgertum – zunehmend nach Mitwirkung im Staat verlangte, auf der anderen Seite wuchs die Schicht des besitzlosen (Industrie-)Proletariats, dem der Staat kaum Unterstützung zukommen ließ.

Daneben artikulierten sich in dem Vielvölkerreich mehr und mehr auch nationale Interessen, die vielfach noch durch wirtschaftliche und politische Benachteiligung forciert wurden. Durch polizeistaatliche Methoden und strenge Zensur wurden sämtliche nationale und liberale Bestrebungen rigoros unterdrückt. Die Situation entschärfte sich geringfügig, als Staatsminister Graf von Kolowrat-Liebsteinsky in der „Geheimen Staatskonferenz”, die ab 1835 für den geistesschwachen Kaiser Ferdinand I. die Regierung führte, als gemäßigter Gegenspieler Metternichs diesen politisch zunehmend in den Hintergrund drängte;

das System Metternich wurde allmählich aufgeweicht. 1840 wurde immerhin in Ungarn das Ungarische als Staatssprache eingeführt; in Oberitalien und den überwiegend slawisch bevölkerten Ländern jedoch wurden die nationalen Bewegungen weiterhin gewaltsam niedergehalten. In der Märzrevolution 1848 machten sich dann die liberalen und die nationalen Strömungen ihrerseits gewaltsam Luft und erschütterten die gesamte Habsburgermonarchie bis in ihre Grundfesten.

"Österreich," Microsoft® Encarta

Fürst von Metternich

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