Zwischenkriegszeit in Frankreich
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Fotografien Frankreich |
Vor dem Hintergrund der wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Probleme nach dem 1. Weltkrieg gewann im November 1919 das eher konservative Parteienbündnis Bloc national die Mehrheit und stellte Regierung und Staatspräsidenten (Paul Deschanel, 1920, Alexandre Millerand, 1920-1924). Die Bloc national-Regierung unter Ministerpräsident Poincaré (1922-1924) schlug gegenüber dem Deutschen Reich einen harten Kurs ein: Sie drang auf die vollständige Bezahlung der Reparationen, und sie ließ als Gegenleistung für nicht bezahlte Reparationen das Ruhrgebiet besetzen (siehe Ruhrkampf). 1924 gewann das linke Parteienbündnis Cartel des gauches die Wahlen und löste den Bloc national im Staatspräsidium (Gaston Doumergue, 1924-1931) und in der Regierung ab. Unter den Ministerpräsidenten Édouard Herriot (1924/25) und Aristide Briand (1925/26) leitete Frankreich gegenüber dem Deutschen Reich einen Verständigungskurs ein, der in der Annahme des Dawesplanes durch Frankreich 1925 und dem Abschluss der Locarnoverträge 1926 gipfelte. |
Um der rapide zunehmenden Inflation wirksam begegnen zu können, bildete sich 1926 das Parteienbündnis Union nationale, eine Fortführung des Bloc national, dem unter Ministerpräsident Poincaré (1926-1929) die Stabilisierung der Währung und die vorübergehende Sanierung des Haushalts gelang. Für die auf Ausgleich und Friedenssicherung ausgerichtete Außenpolitik war bis 1932 Briand zuständig. Staatspräsident wurde 1932 Albert Lebrun. |
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise verschärften sich Anfang der dreißiger Jahre auch in Frankreich die wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die zu lösen die rasch wechselnden Regierungen nicht in der Lage waren; an den äußersten rechten und linken Rändern des politischen Spektrums erstarkten radikale Gruppierungen und Strömungen. Nach einem Putschversuch der faschistischen Bewegung Croix de feu im Februar 1934 kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen der extremen Rechten und der Linken, den so genannten Februarunruhen, in deren Folge die Regierung unter Édouard Daladier (1934) zurücktrat und es den neuen Union nationale-Regierungen unter Doumergue, Pierre Flandin und Pierre Laval nicht gelang, die politische Situation zu stabilisieren. |
Eine weitere Folge der Februarunruhen war die Bildung der Volksfront aus Sozialisten, Kommunisten und Radikalsozialisten. |
Die Wahlen im Mai 1936 gewann die Volksfront. Die Volksfront-Regierung unter Léon Blum (1936/37, 1938) führte zahlreiche Sozialreformen durch (z. B. 40-Stunden-Woche, bezahlter Urlaub, Arbeitervertretungen in den Betrieben). Durch Blums außenpolitisches Prinzip der Nichteinmischung in den Spanischen Bürgerkrieg bereits schwer erschüttert, zerbrach die Volksfront endgültig, nachdem Blums Nachfolger als Ministerpräsident, Daladier (1938-1940), im September 1938 dem Münchner Abkommen mit dem nationalsozialistischen Deutschen Reich zugestimmt hatte. Zuvor hatte Frankreich nach der Machtergreifung Hitlers sein Bündnissystem gegen Deutschland ausgebaut, u. a. durch einen militärischen Beistandspakt mit der Sowjetunion 1935 und die |
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Aristide Briand |
Umwandlung der Entente mit Großbritannien in einen Militärpakt. Im Rahmen der Appeasement-Politik gegenüber dem aggressiven Deutschland akzeptierte Frankreich 1936 die Remilitarisierung des Rheinlandes und 1938 den Anschluss Österreichs und das Münchner Abkommen. 1939 gab es eine Beistandsverpflichtung für u. a. Polen ab, und am 3. September 1939, nach dem deutschen Überfall auf Polen und dem Ausbruch des 2. Weltkrieges, erklärte es zusammen mit Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg. "Frankreich" Microsoft® Encarta |
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